Auftaktveranstaltung:
Aufklärung jetzt…
„Aufklärung
jetzt“ heißt die Veranstaltungsreihe des IBKA , Internationaler Bund für
Konfessionsfreie und Atheisten, die sich in erster Linie an Menschen
islamischen Glaubens richtet. An die 60 Teilnehmer hörten dem Referenten
Erdogan Aydin aus der Türkei zu.
Die
Veranstaltung wurde eröffnet von Arzu Toker. Sie erklärte: „Diese
Veranstaltungsreihe ist die erste, die ich im Rahmen des IBKA gemeinsam mit
deutschen aufgeklärten Menschen organisiere. Menschen islamischen Glaubens sind
in Deutschland zumeist türkischer Abstammung. Da jedoch die jüngere Generation
oftmals nicht gut türkisch lesen kann aber auch viele aufgeklärte Deutsche
diese Veranstaltung unterstützt haben und die Inhalte verstehen möchten, werden
die Veranstaltungen zweisprachig sein. Unser Ziel ist: Wissen statt Glauben zu
vermitteln.
Ich
bin überzeugt: Zur Aufklärung von gläubigen Muslimen trägt es nicht viel bei,
sich lediglich mit einer Positionierung gegen den Islam zu begnügen. Auch
vertiefen Veranstaltungen, die sich nur an Deutsche richten, eher den Graben zu
den gläubigen Muslimen.
Ich
vertraue auf die natürliche Ausstattung des Menschen mit Verstand und begnüge
mich mit der Vermittlung von Informationen statt zu missionieren.
Viele
Türken, insbesondere verschleierte Türkinnen behaupten, dass der Islam ihre
Identität sei.
Die
Geschichte, wie sie Erdogan Aydin wiedergibt, zeigt, dass die historischen
Ursprünge der Türken nicht islamisch sind. Ich hoffe, dass Sie neue
Erkenntnisse erlangen werden.
Erdogan
Aydin referierte zur Geschichte der
Türkei und ihrer Islamisierung. Hier wird lediglich ein kleiner Auszug
wiedergegeben:
"Wir
haben uns nie gefragt, wie wir Muslime geworden sind. Denn wir waren so
sozialisiert, dass wir die Liebe zu Gott und Religion erstens niemals in Frage
stellten, zweitens im Glauben gelassen wurden, dass wir den Islam
selbstverständlich und freien Willens angenommen hätten.
Beginnen
wir jedoch zu hinterfragen finden wir auch in den islamischen Quellen eine
Reihe von Angaben, die uns zeigen, dass unserer Islamisierung eine erschreckende und brutale Geschichte
zugrunde liegt. Die offizielle und traditionelle Überlieferung versucht, dies zu verheimlichen. Heute, in diesem
unserem Zeitalter, in dem die Schariaanhänger zunehmend stärker werden, ist es
wichtiger denn je, die Islamisierungsgeschichte von ihrem Schleier zu befreien.
Nur dann erscheint es mir möglich zu sein, eine demokratische Türkei zu
schaffen und die Demokratisierung von Migranten aus der Türkei zu erreichen.
Um
die Geschichte zu verstehen, müssen wir zu den Anfängen zurückgehen: Wie das
Judentum der Israeliten, wie die zoroastrische Lehre der Sassaniden und der
Kurden, wie der Buddhismus der Chinesen und der Inder, glaubten die Türken vor
der Islamisierung an eine Religion, die
aus ihrer eigenen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Geschichte
entstanden war: der Schamanismus.
Die
Islamisierung der Türken war keineswegs eine gottgegebene
Erleuchtung
– wie zuvor schon nicht die Christianisierung von Teilen Europas –, sondern ist Ergebnis von in den Jahren 670
bis 950 geführten grausamen Eroberungskriegen im ursprünglichen Siedlungsgebiet
der Turkvölker in Mittelasien.
Im
Allgemeinen greifen die islamistischen Kreise zu der frommen Erklärung, dass
die Araber die Türken schlicht zum Islam bekehren wollten. Aber das ist nicht
der einzige Grund. Denn Kriege ermöglichten durch Kriegsbeute Reichtum zu
erlangen. Die arabischen Krieger wollten auf schnellem Weg und sicher reich
werden.
Ihre
Lebensbedingungen waren damals sehr hart. Als glänzende Vorbilder galten ihnen
jene Männer, die sich Mohammed angeschlossen hatten und durch Kriegszüge und
die im Koran legitimierte Kriegsbeute
in kürzester Zeit schwindelerregend reich wurden.
Den
arabischen Kriegern folgten später ihre Familien in die Turkländer
Mittelasiens, und somit geschah die erste „Migrationsbewegung“ der Araber. Sie
wanderten nach Turkmenistan, Buchara, Baykent, Samarkand und in viele andere,
damals wohlhabende große Städte.
Da
die Türken sich gezwungenermaßen zwar
äußerlich zum Islam bekannten, aber in ihren Häusern heimlich weiterhin den
Schamanismus praktizierten, zwangen die arabischen Belagerer sie, arabische
Familien zur Kontrolle ihrer Rechtgläubigkeit. in ihre Häuser aufzunehmen.
Der
damalige Kommandant Kuteybe schaffte es, große Landteile zu kolonialisieren.
Die arabischen Familien erleichterten sowohl die Sicherung der politischen
Macht des arabischen Kommandanten als auch Verbreitung und Kontrolle der
Ausübung des islamischen Glaubens.
Die
Aussagen über die brutale Islamisierung der Türken beruhen unter anderem auf
von islamischen Islamhistorikern anerkannten Quellen wie Taberi: „Wer mir einen
Türkenkopf bringt, bekommt 100 Dirhem.“ So köpften die Muslime Türken und
holten ihr Geld.
Sie
zerstreuten die Türken über das Land und dezimierten sie. Ihr Hab und Gut wurde
als Kriegsbeute mitgenommen. Kuteybe griff Talkan an. Unzählig waren die
Ermordeten durch den Säbel. Türkische Männer wurden entlang der Straßen an den
Bäumen aufgehängt. Danach wurde Mervalarüd angegriffen. Der Herrscher floh,
Kuteybe nahm zwei seiner Söhne gefangen und sagte: „Ich schwöre bei Allah,
selbst wenn ich nur noch so viel Leben übrig hätte, um nur drei Wörter
auszusprechen. Ich würde nur sagen: ‚Uktülühü uktülühü uktülühü’ (Tötet alle,
Tötet alle, Tötet alle).“
So
töteten sie alle und sandten ihre Köpfe an Haccac, den Auftraggeber von
Kuteybe, der allein ein Fünftel der Kriegsbeute erhielt. Nach der Eroberung von
Samarkand setzte Kuteybe seinen Bruder Abdullah als Emir neu ein und kehrte
nach Mevr zurück.“
Die
die wichtigsten Aspekte der fast 300 Jahre währenden Türkisch- Arabischen
Kriege waren:
1.
Die Ermordung von über 100.000 Türken.
2.
Die Versklavung von über 50.000 Türken.
3.
Die Städte wurden beraubt, das Volk ausgeplündert.
4.
Sämtliche Reichtümer und historische Kunstwerke wurden vernichtet und
verbrannt.
5.
Allein beim größten Türkenmassaker „Talken“ wurden über 40.000 Türken geköpft
und entlang eines 24 km langen Weges an Bäumen aufgehängt.
6.
Beim Massaker „Curcan“ wurden an die 40.000 Türken geköpft, der Fluss floss
rot, die Körper wurden an Bäume gehängt.
7.
Das Versprechen „Wenn ihr euch ergebt, wird euer Leben geschont“, wurde nie
eingehalten. Das Volk wurde, ob Mann oder Frau, mit der Aussage „Scharia kennt
keine Versprechen“ ermordet.
8.
Die arabischen Herrscher häuften durch diese Kriege und die Kriegsbeute große
Reichtümer an.
9.
Die Türken baten die Chinesen vergeblich, sie vor der Bestialität der Araber zu
retten.
Erdogan
Aydin äußerte sich auch kritisch über die Haltung heutigen türkischen
Nationalisten, die mit den Islamisten paktieren. Er machte darauf aufmerksam,
dass die Geschichte der Islamisierung der Türken zu einer nationalistischen
Ideologie grundsätzlich im Widerspruch steht.
Arzu
Toker